Coopers iET AG

iET SA ist nun Teil von Coopers und heisst ab jetzt Coopers iET AG.

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24 Nov. 2023

"Ich habe noch viele Ideen, die in meinem Kopf rumschwirren" - Interview mit Christian Staubli

Nach dem Verkauf der iET SA an die Coopers Group AG beginnt für Christian Staubli, CEO, Gründer und Inhaber der iET SA ein neuer Lebensabschnitt. Während einer kurzen Kaffeepause haben wir uns mit ihm über die spannenden, zurückliegenden Jahre unterhalten und dabei auch erfahren, was er sich für die Zukunft vorgenommen hat.

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Christian, du hast nach über 30 Jahren harter Arbeit dein Unternehmen erfolgreich verkauft – herzliche Gratulation dazu! Was hat dich bewogen, diesen Schritt jetzt zu gehen?

Nach 30 Jahren darf man auch mal was anderes machen. Ich habe noch viele Ideen, die in meinem Kopf rumschwirren, die darauf warten umgesetzt oder zumindest mal ausprobiert zu werden.

Was prägte die Anfänge deines Unternehmens besonders, welche Herausforderungen musstest du in den ersten Jahren überwinden?

Die 90er in denen ich angefangen habe, waren eine Zeit, die von Krisen geprägt war. Die Wirtschaft wuchs in den 90ern sehr langsam, insbesondere in der Schweiz. Und just als es schien, dass sich endlich wieder etwas bewegen würde, kam die DotCom-Krise und niemand investierte mehr in die IT. Das war eine schwierige Zeit.

Welche Schlüsselmomente oder Meilensteine haben hauptsächlich dazu beigetragen, iET SA zu dem Erfolg zu führen, den sie heute hat?

Die ersten grossen Beratungsaufträge habe ich im Umfeld des Millennium-Bugs erhalten. Da habe ich sogar noch selbst COBOL-Codes nach Bugs durchkämmt. Und dann – als die DotCom-Krise Ende 2003 ausgestanden war – war der Investitionsstau in der IT riesig und es begann eine Aufholjagd. Aber erst 2004 wusste ich dann mit Gewissheit, dass es sich gelohnt hatte, drei Jahre am Ball zu bleiben. Viele haben in dieser Zeit aufgegeben.

Märkte und Branchen verändern sich laufend, heutzutage sogar in rasantem Tempo. Trotzdem ist iET nach wie vor äusserst wettbewerbsfähig. Welche deiner Massnahmen, glaubst du, sind dafür verantwortlich?

Es sind weniger einzelne Massnahmen als die Fähigkeit zur Anpassung an neue Gegebenheiten und die entsprechende Flexibilität. Man kann in keiner Branche meinen, man könne etwas weiter so machen, wie man es schon immer gemacht hat, nur weil es bis gestern noch funktioniert hat. Und der Markt wartet auf niemanden.

Wenn du deine Führungsphilosophie als Geschäftsführer in den ersten Jahren der iET mit jener von heute vergleichst – ist sie gleichgeblieben oder hat sie sich verändert?

Eigentlich nicht. Ich arbeite gerne mit Leuten zusammen, die eigenständig denken und handeln können oder das Potential dazu haben. Kompetenzen und Verantwortung übertragen und ins kalte Wasser schmeissen. Dann schauen, ob das mit dem Schwimmen klappt und allenfalls einen Rettungsring bereitlegen. Wenn man dann sieht, dass das mit dem Schwimmen funktioniert, ist man ein bisschen stolz darauf, dass man die Person richtig eingeschätzt hat.

Der Verkauf eines Unternehmens ist meistens eine Sache, die ans Herz geht. Wie bist du mit den emotionalen Aspekten dieses Entschlusses umgegangen?

Wie immer in solchen Angelegenheiten: Ein lachendes und ein weinendes Auge.

Welchen Rat würdest du anderen Unternehmern geben, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, und darüber nachdenken, ihr Unternehmen zu verkaufen?

Früh genug damit anfangen, diesen Schritt zu planen.

Für dich bricht mit dem Verkauf der iET eine neue Ära an. Wie sehen deine privaten und beruflichen Pläne aus?

Im Moment bin ich hauptsächlich in Handwerkerkluft auf meiner Baustelle in Graubünden und werkle an einem 650 Jahre alten Haus herum. Das Vorhaben dauert grad noch ein bisschen. Dann sehe ich weiter.

Rückblickend ist man immer etwas weiser. Gibt es etwas, das du heute anders machen würdest, wenn du dazu die Chance hättest?

Ganz Vieles. Aber im Nachhinein ist man immer gescheiter.

Du begleitest iET seit über drei Dekaden, in welchen aus einer Idee ein erwachsenes Unternehmen entstanden ist. Wie soll dein Erbe im Unternehmen weiterleben, welche Werte oder Prinzipien liegen dir am Herzen und würdest du dir wünschen, dass sie auch zukünftige Führungskräfte bewahren?

Ich glaube fest daran, dass eine gewisse «Swissness» in Bezug auf die gelebten Werte etwas ist, was Kunden suchen, und Mitarbeiter schätzen. Anstand, Respekt, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kommunikation auf Augenhöhe, keine Versprechen machen, die man nicht einhalten kann, … das sind irgendwo Schweizer Werte.


Vielen Dank, Christian, für das interessante Gespräch!

Christian Staubli, Denise Stuker, Christian Biedermann
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